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Nachwuchs im Alten Botanischen Garten - 10 Gehölze nachgepflanzt Pressemitteilung des FK v. 26.1.2008:
Universität und Freundeskreis Alter Botanischer Garten vermelden ein freudiges Ereignis im fast 200 Jahre Alten Botanischen Garten im Herzen Marburgs: 10 junge Gehölze "erblickten dort das Licht der Welt". Gemäß dem von Gartendenkmalpfleger Horst Becker erstellten Parkpflegewerk wurden an den historischen Standorten, wo in den letzten Jahren Gehölze ausgefallen waren, 9 junge Bäume und 1 Strauch nachgepflanzt. Gartenmitarbeiter, Freundeskreismitglieder und Marburger Bürger engagierten sich gemeinsam, während "Petrus" an diesem Tag kräftig vom Himmel herab beim Angießen half. Folgende "Neu-Marburger" mit einer stattlichen Grösse von ca. 2 bis 3 Metern können begrüsst werden: Nr.234 Die Rotbuche (Fagus sylvatica), in Hessen die Hauptbaumart, deswegen auch "Mutter des Waldes" genannt, kann über 30 Meter hoch und 300 Jahre alt werden. Sie hat ihren Namen für die Wörter Buch und Buchstaben hergegeben, denn man schrieb früher auf Buchenholztafeln. Auch in vielen Ortsnamen ist sie enthalten wie z.B. in Buchenau. Nr. 72 Die Hänge-Rotbuche (Fagus sylvatica pendula) ist eine Variation mit herabhängenen Zweigen und wurde erstmals 1836 in England gefunden. Die Früchte wurden früher zur Schweinemast und in der Schule zum Basteln genutzt. So lautet ein Kinderreim: "Alles hat seine zwei Seiten, bloß die Buchecker hat drei." Nr.151 Die Papierbirke (Betula papyrifera) stammt aus Nordamerika. Ihr weißrindiger Stamm aus weichem Holz wird bis zu 30 Meter hoch. Als schnellwachsende Pionierbaumart besiedelten die Birken nach der Eiszeit als erstes die kahlen Böden. Sie werden bis zu 100 Jahre alt. Nr.394 Unserer einheimischen bis 20 Meter hohen Hänge-Birke (Betula pendula) steht die Nr.211 Betula platyphylla variation japonica, übersetzt der "Birke mit den flachen Blättern" sehr nahe. Sie stammt aus Japan und Nordost-Asien/Nord-China und wird 10 bis 15 Meter hoch. Nr.164 Der Pennsylvanische Ahorn (Acer pensylvanicum) kommt aus Nordamerika und Ostkanada. Er wird bis zu 12 Meter hoch und steht westlich des Musizierhauses genauso wie seine beiden Nachbarn Nrn. 168 und 163. Nr.168 Die Mehlbeere (Sorbus aria) trägt im Herbst eirundliche orange bis rote mehlige Früchte. Lateinisch "Sorbus" heißt übersetzt Sperberbaum, "aria" ist eine östliche Provinz Persiens. Er stammt aus Kleinasien, dem Kaukasus, Nordafrika und Europa und gehört zu den Rosengewächsen. 6 bis 12 Meter wird er hoch und bis zu 200 Jahre alt. Nr.163 Der Schneeflockenstrauch (Chionanthus virginicus) aus Nordamerika erinnert mit seinen weißen Blüten an Schneeflocken, die bei uns immer seltener vom Himmel fallen. Er erreicht Strauch- bis kleine Baum-Grösse. Nr. 77 Die Rotblütige Roßkastanie (Aesculus carnea) fällt durch Ihre grossen Blütenrispen auf. Aesculus kommt von dem griechischen "aigilops" und heißt "eine Eiche mit eßbaren Früchten". Die Roßkastanie stammt aus Nordgriechenland, Albanien und Bulgarien. Sie wurde 1576 nach Wien gebracht und hat sich von dort rasch über ganz West- und Mitteleuropa verbreitet. Sie wird bis zu 25 Meter hoch. Nr.272 Die Colorado- oder auch Silber-/Grautanne (Abies (=Tanne) concolor (=gleichfarbig) kommt in den USA von Oregon bis nach Kalifornien vor. Dort kann sie bis zu 40 Meter hoch und 500 Jahre alt werden. Auch bei uns ist sie raschwüchsig und verträgt Trockenheit, kann über 200 Jahre alt werden bei über einem Meter Stammdurchmesser. Gern können die Bürger sich als Paten für die Bäume des Alten Botanischen Gartens bei der universitären Gartenverwaltung anmelden. Sie erhalten dann für 1 Jahr freien Eintritt in den neuen Botanischen Garten auf den Lahnbergen. Weitere Nach-Pflanzungen von ca. 10 ausgefallenen Gehölzen sind für das kommende Frühjahr 2008 im Alten Botanischen Garten geplant wie z.B. der weiße Maulbeerbaum und die Goldbirke. Ein Faltblatt (siehe Schaukästen im Garten) informiert über die Geschichte und sehenswerte Bäume im Gartendenkmal. (J. Linn und der FK)
Freundeskreismitglieder überreichen für Nachpflanzungen einen Scheck über 400 € an die Gartenleitung, v.l.n.r.:
Heinz Diehl (Uni), Walter Rudl (Gärtnermeister), Jutta Baumert, Johannes Linn (Forstsachverständiger), Dr. Eckart Fuchs, Dr. Wiltraut Ackermann, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Gartenleitung Dr. Andreas Titze und Ulrich Stiehl
Foto: Maria Rüdt
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