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Vogelkundliches Gutachten untermauert erneut den Wert des Gartendenkmals. ![]() Teichhuhn mit Küken (Foto: A. Wellinghoff, Marburg) Marburg, im Sommer 2008. Im Auftrag des Freundeskreises Alter Botanischer Garten e.V. hat der Vogelschutzbeauftragte Dr. Martin Kraft im Juni/Juli ein Kurzgutachten zur Avifauna im fast 200 Jahre alten Gartendenkmal erstellt. Dabei wurden in kurzer Zeit erstaunlich viele, teils auch seltene Brut- und Gast-Vogelarten der 'Roten Liste Hessen' beobachtet. 59 Brutvogelarten mit 163 Revieren (Brutpaare) konnten erfasst werden. Darunter so bekannte gefiederte Gesellen wie Elster, Eichelhäher, Gimpel, sowie sieben verschiedene Meisenarten und natürlich auch die schon vom Kinderlied her bekannte Vogelschar. Mit 14 Arten, die auf der Hessischen Roten Liste (RLH) zu finden sind, wurde ein hoher Anteil gefährdeter Arten ermittelt, das betrifft z.B. (in Kategorie 3) Stockente, Türkentaube, Eisvogel, Gartenrotschwanz und Rohrammer. Auf der Vorwarnliste der Hessischen-Roten-Liste finden sich Teichhuhn, Kuckuck, Klappergrasmücke, Haussperling, Feldsperling, Kernbeißer, Girlitz, Stieglitz und Bluthänfling. Dazu Dr. Kraft: "Die Brutvorkommen zeigen, dass der Alte Botanische Garten eine Vielzahl von Brutmöglichkeiten und Nahrungshabitaten bietet, von denen immerhin 14 Brutvogelarten profitieren, die auf der Roten-Liste-Hessen zu finden sind." Gastvogelarten Im Frühsommer des Jahres 2008 wurden insgesamt 34 Gastvogelarten nachgewiesen. Davon sind 25 Arten (= 73,5 %) in unterschiedlichen Gefährdungskategorien auf der Hessischen Roten Liste zu finden. Die Hessische Rote Liste bezieht sich in der Festsetzung der Gefährdungskriterien auf den jeweiligen Brutstatus einer Vogelart in Hessen, d.h., dass manche Arten regelmäßige und auch häufige Gastvögel in Hessen sein können, aber leider gar nicht mehr (z.B. Waldwasserläufer) oder nur sehr selten (z.B. Flussuferläufer) brüten. Beide Arten sind aber regelmäßig als Gastvögel im Marburger Raum an allen möglichen Gewässern anzutreffen. Im Alten Botanischen Garten wird der Teich und der Mühlgraben von beiden Arten als Rasthabitat genutzt. Dazu der Fachmann Dr. Kraft: "Wie schon bei den Brutvögeln, so lässt sich auch bei den Gastvögeln erkennen, dass es sich beim Alten Botanischen Garten um einen sehr wertvollen innerstädtischen Lebensraum handelt, wenn in einer jahreszeitlich schon späten Aufnahme im Frühsommer mit 34 Gastvogelarten, wovon fast ¾ auf der Hessischen Roten Liste stehen, ermittelt werden konnten. Das bunte Mosaik unterschiedlicher Habitate ermöglicht ein reichhaltiges Nahrungsangebot, welches in unterschiedlichem Maße von den Gastvögeln genutzt wird." Das Uhu-Paar, welches im Frühjahr im Turm der Elisabethkirche heftig balzte, wurde in der Folge mehrfach auch im Alten Botanischen Garten gesehen, welches als herausragendes Ereignis gewertet werden muss. Ein absolutes Highlight war der Nachweis eines Wiedehopfs (RLH 1= vom Erlöschen bedroht) am 9. Juli dieses Jahres. Besondere Bedeutung kommt den uralten Bäumen zu, die in dieser Ausprägung einzigartig für Marburg sind. Kleinere Büsche und Bäume runden die Vielfalt der Lebensräume in Kombination mit dem Teich und dem Mühlgraben ab. Dieses wertvolle Mosaik bildet eine grüne Oase innerhalb der Stadt Marburg, die dringend erhalten werden muss, wobei von jedweder Bebauung oder maßgeblichen Veränderungen der Strukturvielfalt abzuraten ist! (M. Kraft, J. Linn, E. Fuchs) Hierüber berichtete auch die 'Oberhessische Presse' Marburg (www.op-marburg.de) in Teilen am 02.08.08. |