
Frisches Gras und Frühlingssonne: Crocus vernus.

Safranblüten, Crocus sativus. (Foto: KENPEI / Wikipedia / CC 3.0)

Teueres Gewürz: Safranfäden. (Foto: Hubertl/ Wikimedia Commons/ CC-BY-SA 4.0)

Ähnelt dem Frühjahrs-Krokus, ist aber sehr giftig: Herbstzeitlose.
Frühlings-Krokus,
Safran und Herbstzeitlose
Von Maike Petersen
Februar 2026: Wenn der Winter endlich dem Frühling weicht, erfreuen uns Krokusse als eine der ersten Frühlingsboten. Sie haben den Winter mit ihren zwiebelartigen Knollen im Boden überdauert und treiben zuerst ihre schmalen Blätter (oft mit einem weißen Mittelnerv), später die Blüten an die Oberfläche. In Parks findet man meistens Vertreter des Frühlings-Krokus (Crocus vernus) mit weißen bis violetten Blüten, in Gärten auch größere und andersfarbige Hybride anderer Krokusarten.
Krokusse gehören in die Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) und haben typischerweise sechs farbige Blütenhüllblätter, die nur im untersten Bereich miteinander verwachsen sind, drei Staubblätter und einen Fruchtknoten aus drei Fruchtblättern. Der Fruchtknoten befindet sich zur Blütezeit unter der Erde und wird erst nach Reife zur Verbreitung der Samen über die Erdoberfläche geschoben. Die Überdauerungsknollen bilden sich jährlich neu oberhalb der Mutterknolle. Nach drei Jahren sind sie reif genug, ebenfalls Blüten auszubilden.
Haben Sie auch schon einmal Amselmännchen beobachtet, die wie wild auf Krokusse einhacken? Warum sie das machen, ist nicht wissenschaftlich belegt, aber man nimmt an, dass sie sich bei Revierstreitigkeiten an den Krokussen – vor allem gelben – abreagieren, weil diese an den gelben Schnabel ihrer Rivalen erinnern.
Verwechseln könnte man den Frühlings-Krokus mit dem Safran (Crocus sativus) und der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), beide blühen jedoch im Herbst.
In den violetten Blüten des Safrans (Crocus sativus, Iridaceae) findet man neben den drei Staubblättern den Griffel mit drei langen roten Narbenästen. Diese werden als das Gewürz Safran gesammelt. Für 1 g der Griffel muss man 150-200 Blüten abernten. Safran gilt als das teuerste Gewürz. Die größten Anbaugebiete zur Safran-Gewinnung finden sich im Iran, aber auch in Deutschland wird vereinzelt Safran angebaut.
Die intensive gelbe Farbe des Safrans wird vor allem durch das Carotinoid Crocin hervorgerufen. Darüber hinaus enthält Safran Aromastoffe, die den besonderen bitter-herben Geschmack ausmachen.
Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) gehört in eine andere Pflanzenfamilie, die Zeitlosengewächse (Colchicaceae). Wie ihr Name schon andeutet, findet man ihre Blüten im Herbst, meist auf Wiesen. Zur Blütezeit sind keine Blätter zu sehen, diese erscheinen erst im darauffolgenden Frühjahr zusammen mit den Samenkapseln. Die lila oder weißen Herbstzeitlosenblüten sehen ähnlich aus wie Frühjahrskrokusse, sind jedoch größer und haben sechs Staubblätter.
Achtung: Herbstzeitlosen enthalten das starke Gift Colchicin, das in sehr geringen Dosen bei akuten Gichtanfällen eingesetzt wird. Colchicin hemmt die Zellteilungen, und eine Vergiftung kann in wenigen Tagen zum Tode führen.











