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Berichte und Ereignisse des Jahres 2023

Jubiläum 2023
10. September 2023
Gäste feiern 30 Jahre Einsatz für den Alten Botanischen Garten

Beifall für den Festvortrag der Freundeskreisvorsitzenden. In der ersten Reihe links: Der Chef der Botanischen Gärten, Dr. Andreas Titze, und Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Elke Neuwohner.

Prall gefüllt mit Erlebnissen und Informationen rund um den Alten Botanischen Garten ist das 30-jährige Jubiläum des Freundeskreises über die Bühne gegangen und vom Vokalensemble der Martin-Luther-Schule, „En Voc“, klangschön begleitet worden. Am bundesweiten Denkmaltag kamen rund 150 Prominente, Mitglieder und Freunde ins Musizierhaus und in den Garten, um Führungen, Reden und Freiluft-Theaterstücke zu genießen. Schließlich habe man allen Grund zum Feiern, sagte Freundeskreisvorsitzende Bärbel Kaufmann, dass der traditionsreiche botanische Garten kurz nach Gründung des Freundeskreises unter Denkmalschutz gestellt und so erhalten werden konnte.

Das Titelbild des Unikats "Der Alte Botanische Garten Marburg" von Freundeskreisgründerin Irmgard Bott.

Eigens aus Berlin angereist war Dina Bott, die Tochter der Gründerin des Freundeskreises, Irmgard Bott. Sie hatte, so berichtete Bärbel Kaufmann, die Erlaubnis dazu gegeben, dass ein ganz besonderes Buch ihrer Mutter als Digitalisat der Universitätsbibliothek für jedermann frei zugänglich ist. Es handelt sich um das kunstvolle Unikat „Der Alte Botanische Garten Marburg am Pilgrimstein“ - ein 148-seitiges Buch im Folioformat. Man könne nicht hoch genug einschätzen, was Irmgard Bott - weit über dieses Werk hinaus - für die Erhaltung des Garten geleistet habe.

Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Elke Neuwohner

Die Grüße der Universitätsstadt überbrachte Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Elke Neuwohner der Festgemeinde. Ihr als Ärztin sei gut in Erinnerung, dass Besucher und Patienten oft im Alten Botanischen Garten zu sehen waren, als sich in der Nachbarschaft noch die Frauenklinik befand. Das sei immer eine ganz besondere Atmosphäre gewesen. Sie sei dem Freundeskreis dankbar, dass er sich gegenüber den unterschiedlichen Nutzungsinteressen immer als Beschützer des Gartens engagiere, dessen Bäume von großem Wert für das Stadtklima seien.

Dr. Andreas Titze, der Direktor der Botanischen Gärten in Marburg, lobte im Namen der Philipps-Universität das Engagement des Freundeskreises für das Gartendenkmal und dankte insbesondere Bärbel Kaufmann und Beisitzer Manfred Kionke, mit denen er nun schon seit 19 Jahren konstruktiv und vertrauensvoll zusammen arbeite. Vieles, was im Garten umgesetzt werde, sei nur möglich durch den Freundeskreis. Das betreffe nicht zuletzt das immer wieder geforderte und 2018 endlich auch vorgelegte Parkpflegewerk, das nun die weitere Arbeit für den Erhalt des Gartens leite. So seien Planung und Finanzierung für das Wegenetz und die Abgrenzung zum Seminargebäude der Universität abgeschlossen. Zudem werde es endlich einen einsatzfähigen Betriebshof für die Mitarbeiter geben. Noch in diesem Jahr werde etwa die Farnbepflanzung erfolgen, die weiteren Arbeiten würden 2024 beginnen.

Dr. Andreas Titze

Vorsitzende Bärbel Kaufmann erinnerte an die vielfältigen Ereignisse der vergangenen 30 Jahre - vom Einsatz gegen das Fällen von Bäumen und für den Denkmalschutz bis hin zu den heutigen Aufgaben und Sorgen des Vereins. Sehr positiv sei die Zusammenarbeit mit Dr. Titze und Alexander Ruppel, den Verantwortlichen der Philipps-Universität für den Alten Botanischen Garten. So würden auch unterschiedliche Auffassungen bezogen auf die Umsetzung des Parkpflegewerks offen und konstruktiv besprochen. Immerhin bestünden immer noch gegensätzliche Meinungen über die Notwendigkeit des geplanten neuen Südeingangs.

In den Mittelpunkt ihrer Ausführungen stellte Bärbel Kaufmann allerdings die Arbeit der Vereinsmitglieder, die sich neben dem Vorstand ganz besonders für den Alten Botanischen Garten einsetzen. So legen etwa Alexander Reitz und Susann Rusteberg unermüdlich im und am Heilpflanzenbeet sowie an vielen anderen Stellen im Garten Hand an. „Dass das Heilpflanzenbeet ein Aushängeschild des Gartens ist, haben wir ihren Ideen und ihrer Tatkraft zu verdanken“, sagte Kaufmann.

Freundeskreisvorsitzende Bärbel Kaufmann

Ebenso dankte sie Hans-Joachim Schäfer und Axel Koch, die auf ihren fast täglichen Runden durch den Garten ein waches Auge etwa auf ein verrottetes Fahrrad, „das eben mal unter der Behringtreppe geparkt wurde oder beschädigte Bänke“ haben und noch einiges mehr für den Verein leisten. Weiterhin würdigte die Vorsitzende namentlich die Gärtner im Alten Botanischen Garten, die als Beschäftigte der Philipps-Universität mit Geschick und Kompetenz vielfältige Aufgaben erfüllen. Darüber hinaus dankte Kaufmann einer ganzen Reihe weiterer Vereinsmitglieder für ihr persönliches Engagement.

Zum Abschluss des Festaktes im Musizierhaus galt es noch, die Preisträger des Fotowettbewerbs zu ehren, den der Freundeskreis zum Jubiläum ausgeschrieben hatte. Es sind: Renate Bostroem, Ursula-Elisabeth Haase, Jürgen Hamela, Elke Mann und Erwin Schul. Die preisgekrönten Fotos sind in dieser Galerie zu sehen - ebenso wie drei weitere von Thomas Dimroth, Harald Kästner und Karin Walter, denen die Jury eine Lobende Erwähnung zugesprochen hatte. Schriftführer Klaus-Peter Andrießen stellte die Fotographien vor, die er in der Jury zusammen mit der Sprecherin der Fotogruppe „Blaue Linse“, Heike Heuser, und dem Marburger Fotografen Axel Wellinghoff ausgewählt hatte. Die anwesenden Sieger konnten die Gewinne - ihre Fotos als großformatige, gerahmte Bilder - gleich mit nach Hause nehmen.

Klangschöner Vortrag: Vokalchor "En Voc" der Martin-Luther-Schule. Der Freundeskreis und die Schule pflegen seit vielen Jahren eine Partnerschaft.

Nach dem Festakt nutzten Gäste und Gastgeber das große Büfett, um in lockerer Runde miteinander ins Gespräch zu kommen, bevor draußen im Garten zwei Aufführungen des Theaters GegenStand (Regie: Karin Winkelsträter) ihre Aufmerksamkeit forderten:

"Die Trolle sind keine Konkurrenz" - glauben die Feen.

Zuerst trafen mit klingenden Glöckchen und phantasievollen Kostümen drei Elfen auf drei Trolle (Inga Berlin, Silke Fuchs, Uschi Hartnack, Maria Kersting, Lou Meckelnburg und Frank Winterstein). Mit Texten von Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz versuchten sie, sich gegenseitig im Gedichteaufsagen zu überbieten. Viele Zuschauer strömten zusammen, um das muntere Treiben zu verfolgen und sparten nach der Aufführung nicht mit Applaus für die Schauspielerinnen und Schauspieler.

Poetisches Spiel von Maler und Modell.

Als zweites Stück stand eine sehr poetische Auseinandersetzung mit dem Werk „Der Kuss“ von Gustav Klimt an. An der großen alten Steineiche lehnte dieses Bild, auf dem allerdings die weibliche Figur ausgespart war. Davor bewegten sich der Maler (Jessica Petraccaro-Görtsches) und sein Modell (Katrin Bartel), das aussah, als sei es soeben aus dem Bild gestiegen und eine reale Person geworden. Dazu spielte ruhige Musik von Sascha "Sakuro" Schneider. Während der Maler weitere Ornamente auf die Figur pinselte und immer wieder prüfenden Blickes zurücktrat, schien das Modell immer realer zu werden und an Eigenständigkeit zuzunehmen. Und schließlich war es so weit: die Figur aus dem Bild verließ den Maler und wandelte allein durch den Botanischen Garten.

Hier sind die schönsten Bilder von den Aufführungen zu sehen.

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